Sprache ist ein Schatz

Projektlaufzeit: 03.01.2011 – 22.07.2011
Projektgebiet: Stadtbezirk Köln-Kalk
Förderprogramm: bezirksorientierte Mittel des Stadtbezirks

Im ersten Halbjahr 2011 führte der LOGOS e. V. im Stadtbezirk Köln-Kalk ein Integrations­projekt für Kinder durch. Ausganglage war die Tatsache, dass Kinder mit Migrationshintergrund oft ein unterdurch­schnitt­liches Abschneiden an deutschen Schulen aufweisen. Ein bedeutender Grund hierfür sind mangelnde Deutschkenntnisse. Hier schufen wir Abhilfe.

Russischsprachigen Kindern im Alter von 6 bis 11 Jahren, die mit ihren Eltern erst kürzlich aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR emigriert waren, wurde das Erlernen der deut­schen Sprache erleichtert und ihre Sprachängste wurden abgebaut. Unsere Methode war für die Kinder spannend und aufregend zugleich, weil sie mit Spiel und Spaß einherging.

Von Januar 2011 bis zum Beginn der Sommerferien am 25. Juli 2011 hatten die Kinder ein­mal in der Woche im Bildungszentrum von LOGOS vergleichenden Unterricht in deutscher Umgangs- und russischer Herkunftssprache. Er erleichterte ihnen den Zugang zu den hiesigen Grund­schulen, um in den Grundschulklassen möglichst gleichaltrig mit deutschen Kindern zu sein.

Der Unterricht lehrte nicht nur die deutsche Sprache, sondern machte auch mit der deutschen Kultur und Geschichte vertraut. Bei Stadterkundungen, beispielsweise entlang des Grund­ris­ses des römischen wie auch des mittelalterlichen Kölns, am Römerturm, im Prätorium, an den drei großen Stadttoren, am Rhein und in den Hafenanlagen gewannen die Kinder viel­fäl­tige Eindrücke, die sie hernach zeichnerisch und verbal umzusetzen lernten. Weitere Themen waren: im Klassenzimmer, auf dem Schulhof, in der Turnhalle, Freizeit, Einkaufen im Super­markt und Ähnliches.

Immer in enger Verbindung mit den neu gewonnenen Eindrücken arbeiteten die Kinder, ganz individuell nach ihrem Lernstand, zunächst an der Wortschatzerweiterung. Dies lief ganz unterschiedlich ab. So konnten sich die Schüler z. B. aussuchen, welche Wörter und wie viele sie lernen wollten. Sie nahmen sich eine gezeichnete Darstellung zu einem Themenkreis, be­nann­ten das Gezeichnete und wurde durch unsere Pädagogen unterstützt. Alle richtig benannten und beschriebenen Darstellungen wurden zur Seite gelegt, die anderen so oft wie nötig wiederholt. So war der Lernzuwachs für die Kinder und die Pädagogen sichtbar und messbar. Schritt­weise wurde der Schwierigkeitsgrad der Aufgabenstellung gesteigert. Dabei wurde bei den Nomen auch auf den richtigen Artikel und auf die Pluralformen geachtet.

Diese vielfältigen und interessanten Aktionen bewirkten einen natürlichen und unge­zwun­genen Umgang mit der Sprache und steigerten das Selbstvertrauen der Kinder. Der Zugang zu den altersgemäßen Grundschulklassen wurde ihnen deutlich erleichtert.